Deutsche Übersetzung von Yves Reflektionen

Dieses Abenteuer ist Catherine gewidmet, die anmutig und großzügig verstehen konnte, dass jeder Mann/Mensch manchmal einen seiner Träume verwirklichen muss.

Wir kommen nun zum Ende eines Abenteuers, dass uns fast ein Jahr auf „Bärchen“ vereint hat. Es ist also der Moment für mich gekommen, lieber Dieter, einige persönliche Worte zu sagen, um die stärksten Emotionen an dieser Stelle zusammenzufassen, die sich aus unzähligen Eindrücken aller Art  im Laufe dieser Expedition entwickelt haben.

Zuallererst die Kleinheit des Menschen gegenüber den Kräften der Natur: Wir konnten tausende Wunder des Universums bewundern, darunter jene, die wir in Westeuropa eher seltener zu sehen bekommen.  Jedes Mal entwickelt sich im Menschen ein Gefühl von Bescheidenheit und Respekt gegenüber den Kräften, die uns überragen, sowohl physisch als auch zeitlich.

Dann haben wir überall  Veränderungen und manchmal auch Umwälzungen durch den Einfluss des Menschen in den Landschaften gesehen, vor allem an den Küsten. Man kommt nicht umhin zu sagen, dass Weisheit und Vernunft nicht immer das Werk des Menschen geleitet haben.  Ich kann deshalb nur den folgenden Wunsch formulieren: Dass die Ausdehnung der betroffenen Zonen und die Herausforderung für die zukünftigen Generationen endlich von allen betroffenen Bevölkerungen ernstgenommen werden. Die Erde ist unser gemeinsames Segelschiff. Wenn sie unglaublich verwüstet wird, werden wir Menschen mit ihr zerstört. Der Gipfel wäre schließlich, wenn wir dutzende Millionen Jahre gearbeitet haben, nur um uns dann unseres eigenen Aussterbens zu vergewissern.

Die dritte Dimension, die meinen Geist und mein Herz beherrscht, ist intimerer Natur. Sie betrifft die Beziehung der Menschen untereinander, die wir beobachten und manchmal sogar am eigenen Leib erfahren konnten.

Welch unterschiedliche Schicksale, manchmal einigen Seemeilen voneinander entfernt oder gar nur einige Meter.

Das Bedürfnis die menschlichen Gruppierungen auf allen Ebenen besser zu verwalten, von der Familie bis hin zu ganzen Ländern, macht sich breit wenn man diese Art von Kaleidoskop betrachtet.

Auf unserem kleinen Schiff haben wir verschiedenste Besatzungsmitglieder empfangen, die jeder für sich eigene Erfahrungen und unterschiedlich Erlebtes mitbrachten. Der Beitrag eines jeden Einzelnen führte zur Bereicherung aller.

Mein letzter Gedanke gilt dir, lieber Dieter, du warst das Bindeglied dieses Abenteuers und hast die komplette Strecke mitgemacht, von Toulon nach Toulon und hast all deine reichen Erfahrungen, die du im Laufe deiner Karriere gesammelt hast, im Dienste des guten Funktionierens der Mannschaft mit eingebracht. Kein Zweifel, dass der Besuch von Iris dir Kraft gab.

Zusammenfassend können wir sagen, dass es möglich ist, dass Franzosen und Deutsche gut gelaunt und voller gegenseitigem Respekt großartige Dinge zusammen erleben können, inklusive Fußballspielen.

Yves Reflektionen

Cette aventure est dédiée à Catherine, qui a su comprendre avec grace et générosité, que tout homme a parfois besoin de vivre un de ses rêves,

 

Nous arrivons maintenant aux termes d’une aventure qui nous a rassemblés pendant presque un an sur „BÄRCHEN“.C’est donc le moment pour moi, Cher Dieter , de dire quelques mots personnels ,pour résumer à ce stade, les principales émotions qui se dégagent d’une quantité innombrable d’impressions de toute nature ressenties au cours de ce périple.

 

Tout d’abord, la petitesse de l’être humain face aux forces de la nature: nous avons pu admirer mille et un aspects des merveilles de l’univers , y compris celles que nous voyons moins souvent en Europe occidentale.A chaque fois se dégage pour l’etre humain un sentiment de modestie et de respect pour des forces qui nous dépassent, tant sur le plan physique proprement dit , que sur l’échelle de déroulement du temps.

 

Ensuite, nous avons mesuré partout l’importance des transformations et parfois bouleversements opérés par l’homme sur les paysages rencontrés, en particulier côtiers. Force est de constater que la sagesse et la raison n’ont pas toujours guidé son oeuvre. Ici je ne peux que formuler un voeux: que l’étendue des zones concernées et l’enjeu pour les générations futures soient enfin pris aux sérieux par l’ensemble des populations concernées. La Terre est notre navire commun: si elle est absurdement ravagée, nous seront -nous les humains- détruits avec elle. Le comble serait bien d’avoir travaillé autant des dizaines de milliards de fois pour assurer nous-même la destruction de notre espèce.

 

La troisième dimension qui m’habite l’esprit et le coeur est plus intime. Elle concerne les relations entre les êtres humains que nous avons pu observer -parfois même en y participant.

Que de différences de destins , quelque fois à quelques milles les uns des autres, voire quelque mètres. Le besoin de mieux gérer les groupes humains, à tous les niveaux, de la famille jusqu’à des pays entiers, éclate au grand jour quand on visionne cette sorte de kaléidoscope.

Sur notre petit navire, ou nous avons acceuilli des équipiers(res) variés, apportant chacun(e) une expérience et un vécu différent, la contribution de chacun à apporté une part à l’enrichissement de tous.

Ma dernière réflexion sera pour toi, Cher dieter, qui a été la charnière de cette aventure. Tu as fait la boucle complète, de Toulon à Toulon en mettant toute la riche expérience de l’ëtre acquise au cours de ta carrière, au service du bon fonctionnement de nos équipages.

Nul doute que la présence partielle d’Iris ait contribué à te faire voir la lumière.

 

En conclusion, nous pouvons dire qu’il est possible de vivre de grandes choses entre Français et Allemands, y compris des matches de football, dans la bonne humeur et le respect mutuel.

En celà, nous avons suivi l’exemple de Catherine et Edith : que cette dernière soit remerciée pour l‘ étincelle initiale qu’elle déclencha en nous mettant en relation.

Reflektionen-Eine Woche später

 

Es ist 6 Uhr am Morgen. Kein Weckruf:“Dieter, it’s your turn!“ dringt an mein Ohr und mahnt mich, meine 6 bis 9 Uhr Wache anzutreten!

Ich liege entspannt in meinem Bett, bin Zuhause in Wolfenbüttel und nicht auf „Bärchen“, von Atlantikwellen umgeben.

Ich bin nicht für die Sicherheit der Crew und des Schiffes verantwortlich, so wie das Wachegehen es abverlangt.

Ich muss kein Frühstück für meine Gefährten machen, kein Kaffee kochen, kein Toastbrot in der Pfanne grillen, keine Marmelade aus dem Kühlschrank holen.

Natürlich frühstücke ich auch Zuhause, das Ambiente jedoch ist völlig anders.

Ich sitze, sofern das Wetter hier mitspielt, auf der Terrasse und betrachte unseren Garten.

Auf „Bärchen“ konnte ich während des Frühstückens den Sonnenaufgang beobachten, die zunehmende Wärme genießen und mich über die Weite des Ozeans erfreuen.

Diese Momente habe ich allein genossen, meine Équipe schlief noch, erst später, meist gegen Ende der Wache, stießen schlafentrunken weitere Seebären an Deck und teilten mit mir den Ausblick.

Ich habe mir einen Jugendtraum erfüllt!

Dieser kurze Satz beinhaltet so viel!

50 Jahre mußten vergehen, bis sich dieser Traum realisierte. Was damals noch abenteuerlich von mir ausgestaltet wurde, gespeist von den Erlebnissen eines Robinson Crusos und den Irrfahrten des Odysseus, hat sich viel manierlicher in der Gegenwart entwickelt!

Kein Anstranden auf eine einsame Insel, kein Überlebenskampf, nicht einmal die Sirenen waren zu hören, so dass ich nicht am Mast festgebunden werden musste.

Piraten? Piraterie?

Ja, nach dem Vorfall in St. Vincente, als ein Blauwassersegler in der paradiesisch anmutenden Karibik seine Abenteuerlust mit dem Leben bezahlen musste, segelte die Angst vor Überfällen mit.

Hier halte ich kurz inne.

Gab es weitere Ängste? Immerhin trieben wir weit ab von jeglicher Zivilisation in der Weite des Meeres, den Gewalten der Natur (schutzlos?) ausgesetzt!

Nein, keine weiteren Ängste, aber Respekt vor den Naturgewalten, gepaart mit dem Vertrauen in das Schiff und in die Crew.

Bilder kommen in mir hoch! Sie sind allesamt geprägt von der Besonderheit auf hoher See. Insbesondere die Impressionen in der Nacht dominieren, der Sternenhimmel, die unermessliche Weite des Weltalls, die Finsternis, wenn der Blick auf das Wasser gerichtet ist.

Gedanken, Assoziationen, Fragen stellen sich quasi automatisch ein. Allesamt von grundlegender Natur ( Wo beginnt die Welt? Wo endet sie? Gibt es überhaupt ein Anfang, ein Ende? Wie steht es mit unserer Ehrfurcht vor der Natur? Sind wir ein Spielball der Kräfte? Wo ist unser, mein Spielraum, mein Aktionsfeld? Wie ist ein friedliches Zusammenleben zwischen den Menschen möglich? Welchen Beitrag kann ich dazu leisten? Welches sind meine zukünftigen Ziele? Ich muss in diesem Zusammenhang immer an den Schuster Voigt denken, der in dem Stück von Carl Zuckmayer “ Der Hauptmann von Köpenick“ dem kranken Mädchen herzergreifend erzählt, wie er einmal vor Gottes Angesicht treten wird und gefragt wird, was er, der Schuster, aus seinem Leben gemacht habe. Was habe ich erreicht? Was will ich noch erreichen? Bin ich damit zufrieden?).

Der Alltag eliminiert diese Gedanken. Erst Schicksalsschläge legen in der Regel diese Reflektionen erneut frei.

In Toulon, wieder Zuhause

Leider gibt das Bild nur unzulänglich den Höllenritt durch das Mittelmeer wieder
Leider gibt das Bild nur unzulänglich den Höllenritt durch das Mittelmeer wieder
Wieder Zuhause. Selbst das Wetter freut sich!
Wieder Zuhause. Selbst das Wetter freut sich!
Wieder Zuhause. Zwar weit und breit kein Blauwasser in Sicht, dafür aber ein blauer Himmel!
Wieder Zuhause. Zwar weit und breit kein Blauwasser in Sicht, dafür aber ein blauer Himmel!

Zurück in Toulon, wieder Zuhause
Seit Sonntag, 14.08.2016 bin ich wieder in der Lessingstadt. Die Transfers von Toulon nach Nizza mit der Bahn am Freitag Abend sowie der Flug am nächsten Morgen nach Hamburg verliefen problemlos.
Zwar hat es auf der Überfahrt von Palamos nach Toulon keine Probleme gegeben, jedoch zeigte uns das Mittelmeer, welche Sturmstärken und Wellenhöhe hier möglich sind.
Mit Sturmsegel und doppeltem Reff im Grosssegel haben wir die 140 Seemeilen absolviert bei maximal 2 Stunden Schlaf des Nachts.
„Bärchen“ wurde kräftig der Pelz gewaschen, unser gutes Schiff und wir haben einige Schleudergang hinter uns bringen müssen.
„Bärchen“ entwickelte sich zeitweise zu einem Klapperstorch, da an allen Ecken und Enden ein Klappern und Anschlagen der Wanten und Taue zu vernehmen war.
Bei 30 bis 35 Knoten Windstärke kein Wunder!
Erst am frühen Morgen des 12. Augusts, ca. 40 Meilen vor Toulon, hatte das Mittelmeer ein Einsehen mit uns und bescherte „Bärchen“ und der Crew ein ruhiges und entspanntes Segeln bei Sonnenschein, Schwachwind und flachen Wellen.
Gegen 16 Uhr hat unsere Tour ein Ende gefunden.
9500 Meilen und eine Menge an Eindrücken und Erfahrungen liegen hinter uns!

In Palamos

Hafen von Palamos. Neben den Superyachten findet auch "Bärchen" einen Liegeplatz, allerdings für 170€ die Nacht.
Hafen von Palamos. Neben den Superyachten findet auch „Bärchen“ einen Liegeplatz, allerdings für 170€ die Nacht.
Palamos Hafen
Palamos Hafen
Die Superyachten im Hafen von Palamos
Die Superyachten im Hafen von Palamos

Nach 190 Meilen erreichen wir gegen 17h Palamos, an der Costa Brava gelegen. Die Strecke von Sant Antonio haben wir ausschließlich unter Motor absolvieren müssen, da entweder kein Wind oder ein schwaches Lüftchen gegen uns weht. Erst vor unserem Zielort wird es stürmisch, wie im Wetterbericht angesagt. Aber auch dieser Wind ist gegen uns und bläst „Bärchen“ frontal an.
Wir haben Glück überhaupt einen Liegeplatz bekommen zu haben, denn der Hafen ist rappelvoll. Sicherlich ist dieser Zustand auch darauf zurückzuführen, dass der Wetterbericht Sturm aus Nord bis Windstärken um 35 Knoten angesagt hat. An den Hafengebühren kann es nicht liegen, die sind horrend. Wir haben sage und schreibe 170 Euro pro Nacht zu berappen, bei dem bescheidenen Komfort reine Ausbeutung. Aber uns bleibt keine Chance, denn die Nacht sowie der kommende Tag ( Mittwoch, 10.8.) werden stürmisch sein.
So bleibt natürlich die Ortsbesichtigung einer von Urlaubern, meist Spanier, geprägten Kleinstadt, die aus meiner Sicht wenig zu bieten hat ( hier leben 20000 Einwohner, im Sommer tummeln sich 90000 Menschen ).
Am Nachmittag gönne ich mir ein hoffentlich letztes Bad im Mittelmeer, denn bereits am Freitag werden wir, falls nichts dazwischenkommt, in Toulon festmachen.
Die 120 Meilen dorthin wollen wir morgen, Donnerstag,11.8., angehen.
Die letzte Nachtfahrt steht bevor. Die Windprognose scheint uns wohlgesonnen, Wind bis 25 Knoten aus Nord, d.h. für uns Halbwindkurs, da wir in Richtung Ost unterwegs sein werden.
Meinen Flug von Nizza nach Hamburg sowie die Bahnfahrt von Toulon nach Nizza sind gebucht, wenn alles klappt, bin ich am Samstag gegen Mittag wieder in Deutschland.

Sorry, aber Bilder hochgeladen  sind einmal wieder bei diesem miesen WLAN nicht möglich!

Erneut auf Ibiza

Um mich herum das Gewumme von Discomusik. Wir liegen im Hafen von Sant Antoni de Portmany vor Anker. Hier ist der Teufel los. Der ganze Ort sowie der Hafen scheint eine einzige Partymeile zu sein.
Liegeplatz? Fehlanzeige! Morgens um 9h können wir uns auf eine Warteliste setzen lassen, in der Hoffnung, gegen Abend einen Liege -oder Bojenplatz zugewiesen zu bekommen.
Nein, danke!
Dann lieber auf eigene Faust im Hafenbereich einen Ankerplatz wählen.
Dabei hat sich „Bärchen“ leider etwas verschätzt und sich eine kleine Sandbank ausgesucht, auf der wir auch ohne Anker festliegen!
Mir scheint,“Bärchen“ hat ein Grundbedürfnis nach Ruhe gehabt, zumal er uns über 131 Meilen, überwiegend mit Maschine, von Cartagena eben hierher geschleppt hat.
Für einen echten Segler jedoch ist dieser Zustand nicht tragbar. Doch jeglicher Versuch, sich mit eigener Kraft aus diesem Haltegriff zu befreien, ist gescheitert.
Und in diesem Moment zeigt sich, dass es doch eine Solidarität unter Seglern gibt. Viele Ankerlieger um uns herum haben uns mit Tipps, guten Ratschlägen und mit aktiver Unterstützung geholfen, aber ein positives Ergebnis wollte sich nicht einstellen.
Erst als ein gewerblicher(!) Motorbootfahrer das Schiff mit seinem starken Motor mit einem langen Seil vom Mast aus so stark zur Seite neigte, sprich krängte, war es uns möglich, aus dieser misslichen Lage herauszukommen.
Leider haben wir bei dieser Aktion den Propeller des Seitenruders verloren. Yves hatte Gott sei Dank ein Ersatzpropeller dabei, den er in zahlreichen Tauchgängen wieder funktionsfähig abringen konnte.
Welch‘ ein Tag! Und ich sage noch zu ihm, er möge auf die Tiefe achten…!
Doch gegen „Bärchens“ Trotzkopf ist selbst der Skipper machtlos!

Erneut in Cartagena

Von Ibiza kommend hatten wir am 10.10.2015 Cartagena erreicht. Das war vor knapp einem Jahr!
Nunmehr laufen wir diese herrliche Stadt von Benamaldena segelnd am 4.08.2016 gegen 23 Uhr an, nachdem wir für die knapp 100 Meilen 18 Stunden benötigt haben. “ Segelnd “ ist nicht so ganz zutreffend, zumal wir überwiegend den Flautenschieber bemühen mussten, um vorwärts zu kommen. Wenn überhaupt sich der Wind rührte, dann von achtern, so dass wir tatsächlich mit Segelunterstützung motorend bis 7 Knoten erreicht haben ( gegen 17 Uhr am Mittwoch, 3.08. sind wir von Benamaldena aufgebrochen und sind die Nacht und den nächsten Tag bis kurz vor Mitternacht durchgesegelt).
Mit leichten Schaukelbewegungen bei herrlichem Sonnenschein könnten wir es gut an Bord aushalten. Hätte nicht der Wetterbericht Wind um 25 Knoten aus Nord angesagt, also genau gegen uns, wir hätten eine weitere Nacht auf See zugebracht, um weiter nach Norden zu kommen.
Der angesagte Wind ist wirklich so wie angekündigt gekommen. Somit haben wir die Gelegenheit gehabt, etwas länger zu schlafen und die Stadt erneut zu erkunden.
Morgen wollen wir früh los und weiter an der spanischen Mittelmeerküste entlang in Richtung Alicante segeln.

Wieder in Benamaldena

Der Hafen von Benamaldena (Ausschnitt)
Der Hafen von Benamaldena (Ausschnitt)
Der Strand von Benalmadena
Der Strand von Benalmadena
Zwei in Benamaldena. Für kurze Zeit vereint.
Zwei in Benamaldena. Für kurze Zeit vereint.

Von Gibraltar kommend erreichen wir überwiegend unter Segel am Sonntag, 31. Juli gegen frühen Abend Benamaldena. Es ist der erste Hafen, den ich zum zweiten Mal mit „Bärchen“ anlaufe. Bereits am 15. Oktober 2015 haben Patricia, Pierre, Yves und ich hier fest gemacht. Später kamen Iris, Jürgen und Felix sowie Catherine und die Schwiegereltern von Gerôme dazu. Hier hatten wir unseren ersten längeren Aufenthalt, um die Schönheit Andalusiens zu erkunden!
Aber hier gab es die ersten Probleme mit dem Schiff. Die Abwasserpumpe musste repariert werden, weil sie ihren Dienst aufgegeben hatte und somit Unmengen von Brauchwasser in „Bärchens“ Magen geflossen war. Darüber hinaus mussten die Batterien komplett ausgetauscht werden. Catherine hatte Gott sei Dank rechtzeitig bemerkt, dass sie eine ungewöhnliche Wärme ausstrahlen.
Benalmadena im Herbst, ruhig und beschaulich, milde, angenehme Temperaturen um 25°.
Benalmadena im Hochsommer: Unmengen von Touristen bevölkern den Strand, schieben sich in Massen durch die zahlreichen Shops und die Bars und Restaurants können den Andrang an Durstigen und Hungrigen kaum bewältigen.
Windbedingt müssen wir wohl oder übel hier einige Tage schwitzend zubringen, immerhin steigt das Thermometer auf 32°. Abkühlung ist am nahegelegenen Strand mit klarem Wasser zu finden.
Die Windprognose besagt, dass wir am Donnerstag, 4. August Richtung Cathagena weitersegeln können.
Zu meinem Leidwesen hat Iris uns gestern, am 2. August uns in Richtung Hamburg verlassen müssen. Auch für sie sind die Ferien zu Ende.

Eilmeldung: Yves wird zum dritten Mal Großvater. Es ist ein Mädchen und heißt Maëlys! Herzlichen Glückwunsch!

Von Barbate nach Gibraltar

Gibraltar
Gibraltar
Gibraltar. Stadt und "Affenfelsen"
Gibraltar. Stadt und „Affenfelsen“
Iris im Grenzgebiet Spanien-England
Iris im Grenzgebiet Spanien-England
Gibraltar
Gibraltar
Gibraltar
Gibraltar
Gibraltar. Stadtplan
Gibraltar. Stadtplan

Am 30. Juli verlassen wir den Hafen von Barbate in Richtung Gibraltar. Herkules, die Strömung sowie der Wind meinen es gut mit uns. Mit 9 Knoten eilen wir durch die Meerenge von Gibraltar und erreichen am frühen Nachmittag die Marina Alcaidesa in La Linea, unweit der englischen Überseeprovinz Gibraltar und können von hier aus den sogenannten Affenfelsen sehen.
Seit 1703 gehört dieser Felsvorsprung zur englischen Krone.
Für uns heißt es nunmehr, Adieu Atlantik, das Mittelmeer hat uns wieder, da wir gegen 9 h den Hafen verlassen haben, nicht ohne vorher eine Stippvisite in Gibraltar vorgenommen zu haben.
Mit leichten Pendelbewegungen bei achterlichem Wind segeln wir mit knapp 7 Knoten Richtung Benamaldena.

Von Cadiz nach Barbate

Vor der Abfahrt aus Cadiz gibt es eine öffentliche Flamancoveranstaltung
Vor der Abfahrt aus Cadiz gibt es eine öffentliche Flamancoveranstaltung
Barbate.Ein Anker gefällig?
Barbate.Einen  Anker gefällig?
Der Strand von Barbate
Der Strand von Barbate
"Bärchen"  im halb verwaisten  Hafen von Barbate
„Bärchen“ im halb verwaisten Hafen von Barbate
"Bärchen" und Iris im Hafen von Barbate
„Bärchen“ und Iris im Hafen von Barbate

Am 27. Juli gegen 11 Uhr verlassen wir Cadiz in Richtung Barbate, um näher an der Meerenge von Gibraltar zu sein. Teils unter Motor, teils mit Segelunterstützung ( Groß, Genua) erreichen wir die kleine Hafenstadt ( mit rund 23000 Einwohnern) nach gut 30 Meilen gegen 18 Uhr.
Der Hafen, einst durch den Thunfischfang berühmt geworden, ist überdimensioniert und wird kaum frequentiert. Es scheint, als haben die Planer nach der Hälfte der Umsetzung ihrer Pläne das Ziel aufgegeben, hier eine moderne Marina mit jeglichem Komfort zu schaffen, da die erhoffte Nachfrage sich nicht einstellte. So bleiben leerstehende Betonbauten, die sicherlich für Geschäfte und Restaurants gedacht waren. Vor allem schmerzlich: Es gibt kein WLAN!
Dafür aber zwei herrliche Strände, einer stadtnah, der andere, sehr naturbelassen, in unmittelbarer Nähe der Marina.
Daneben hat diese Region noch drei weitere Besonderheiten zu bieten.
Zum Einen einen sehr gelobten Naturpark.
Zum Anderen die „Banco de Trafalgar“, die Bank, an der wir vorbeigesegelt sind und wo 1805 die Seeschlacht von Trafalgar stattgefunden hat, die die maritimen Träume Napoleons jäh beendeten und wo England im Nachgang zur vorherrschenden Seemacht wurde. Vizeadmiral Nelsons sei es gedankt!
Zum dritten wegen der unrühmlichen Vergangenheit, als nämlich der spätere Diktator Franco, aus Marroko kommend, hier landete. Bis 1998 hieß die Stadt daher „Barbate de Franco“.